Im Juli 2017 wurde gemeinsam durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rottenburger/Tübinger Vereins für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für Psychiatrie Calw (ZfP) der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. in Calw gegründet. Im August 2019 wurde die Einrichtung in Calw mit einer ersten Wohngruppe und mit einem ambulanten Dienst eröffnet.

Der Tübinger Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit besteht schon seit 1978. In dieser langen Zeit hat der Rottenburger und Tübinger Verein intensiv und erfolgreich an der Entwicklung von Konzepten und Hilfsangeboten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien mit psychischen und dann meist auch sozialen Schwierigkeiten gearbeitet. Der Verein hat bewusst die oft scheinbar natürwüchsig sich durchsetzenden Tendenz auch von sozialen Institutionen vermieden, sich zu vergrößern und zu diversifizieren. Qualität war uns immer wichtiger als Quantität. Der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. in Rottenburg und Tübingen bekommt weit über die Region hinaus immer wieder viel Anerkennung für seine Arbeit.

http://www.psychoanalytische-sozialarbeit-tue.de/

Ziel der Neugründung in Calw war der Neu-Aufbau einer unabhängigen und selbständigen Einrichtung der Jugendhilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach §35a SGB VIII. Heute gibt es

  • Zwei Wohngruppen mit jeweils 7 Plätzen für psychosozial gravierend beeinträchtigte Jugendliche im Rahmen der Jugendhilfe (§35a SGB VIII)

sowie

  • Ambulante Dienste, die flexible und mobile ambulante Hilfen in der Region aber auch Schul- und Arbeitsbegleitung sowie therapeutische Begleitung für die WohngruppenbewohnerInnen anbieten.

Es gibt eine steigende, überregionale Nachfrage nach diese Angeboten.

In der Jugendhilfe mangelt es zunehmend an spezifischen konzeptionellen Hilfsangeboten, besonders auf psychoanalytischer Grundlage, wo andere Hilfekonzeptionen, die mehr auf kurzfristige Machbarkeit hin orientiert sind, an ihre Grenzen kommen. Die wenigen Einrichtungen in der Bundesrepublik und im deutschsprachigen Ausland, die Psychoanalytische Sozialarbeit anbieten, sind sehr nachgefragt und beschäftigen sich mit den im Normalbetrieb der Jugendhilfe nicht einpassungsfähigen Jugendlichen.

http://www.psychoanalytische-sozialarbeit.net/

Das Innovative des Calwer Projekts liegt also vor allem auch darin, auch in einer fest gefügten, schnell getakteten Jugendhilfelandschaft auf der Grundlage der Erfahrungen des Tübinger Vereins in enger Kooperation mit der Jugendpsychiatrie den enormen Bedarf nach individualisierten Hilfen für psychosozial gravierend beeinträchtigte Jugendliche zu beantworten.