Im Juli 2017 wurde gemeinsam durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tübinger Vereins für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für Psychiatrie Calw (ZfP) der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. in Calw gegründet.

Der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. in Rottenburg und Tübingen besteht schon seit 1978, wird dieses Jahr also 40 Jahre alt. In dieser Zeit hat der Verein intensiv und erfolgreich an der Entwicklung von Konzepten und Hilfsangeboten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien mit psychischen und dann meist auch sozialen Schwierigkeiten gearbeitet. Der Verein in Rottenburg und Tübingen hat bewusst die oft scheinbar natürwüchsig sich durchsetzenden Tendenz auch von sozialen Institutionen sich zu vergrößern und zu diversifizieren vermieden. Qualität war uns immer wichtiger als Quantität. Der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V. in Rottenburg und Tübingen bekommt weit über die Region hinaus immer wieder viel Anerkennung für seine Arbeit.

http://www.psychoanalytische-sozialarbeit-tue.de/

Ziel der Vereinsgründung in Calw ist der Neu-Aufbau einer unabhängigen und selbständigen Einrichtung der Jugendhilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach §35a SGB VIII. Konkret geplant ist der Aufbau von

  • Zwei Wohngruppen mit jeweils 6 Plätzen für seelisch gravierend beeinträchtigte Jugendliche im Rahmen der Jugendhilfe (§35a SGB VIII)

sowie der Aufbau von

  • Ambulanten Diensten, die flexible und mobile ambulante Hilfen in der Region aber auch Schul- und Arbeitsbegleitung sowie therapeutische Begleitung für die WohngruppenbewohnerInnen anbieten.

Die beteiligten Sozialarbeiter und Kinderpsychiater stellen einen dringenden Bedarf nach einer weiteren stationären Einrichtung der Psychoanalytischen Sozialarbeit fest. Der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit in Rottenburg und Tübingen verzeichnet eine steigende, überregionale Nachfrage aus ganz Süddeutschland nach stationären Plätzen.

In der Jugendhilfe mangelt es zunehmend an spezifischen konzeptionellen Hilfsangeboten, besonders auf psychoanalytischer Grundlage, wo andere Hilfekonzeptionen, die mehr auf kurzfristige Machbarkeit hin orientiert sind, an ihre Grenzen kommen. Die wenigen Einrichtungen in der Bundesrepublik und im deutschsprachigen Ausland, die Psychoanalytische Sozialarbeit anbieten, sind sehr nachgefragt und beschäftigen sich mit den im Normalbetrieb der Jugendhilfe nicht einpassungsfähigen Jugendlichen.

http://www.psychoanalytische-sozialarbeit.net/

Das Innovative des geplanten Projekts liegt also vor allem auch darin, auch in einer fest gefügten, schnell getakteten Jugendhilfelandschaft auf der Grundlage der Erfahrungen des Tübinger Vereins in enger Kooperation mit der Jugendpsychiatrie den enormen Bedarf nach individualisierten Hilfen für psychosozial gravierend beeinträchtigte Jugendliche zu beantworten.

Organisatorisch soll der neu gegründete Verein in Calw eine unabhängige und selbständige Einheit werden, nach dem bewährten Vorbild des Tübinger Vereins.